Der folgende Artikel beinhaltet eine Auflistung all jener Begriffe, die in der BIM-Arbeitsweise zur Anwendung kommen. Sinn dieses Artikels ist es, etwaige Unsicherheiten im Gebrauch dieser Begriffe auszuräumen und ein einheitliches Verständnis für die Terminologie zu vermitteln. Im Fokus stehen hier jene Begrifflichkeiten, die vor allem für die Geschäftsführer bei einer bevorstehenden Beauftragung oder einem Vertragsabschluss von Bedeutung sind, da sie in weiterer Folge großen Einfluss auf Workflows und Aufwände haben.

Suchbegriffe: Checkliste, Geschäftsführung, Geschäftsleitung, Vertrag, Vertragswesen, Glossar, GF-BIM, as built, as-built, as build, as-build, asbuilt, asbuild

Allgemein

Eine Zusammenfassung BIM-relevanter Begriffe wird hier zum Download angeboten:

Download Checkliste

Im Folgenden werden die in der Liste enthaltenen Begriffe noch ausführlicher erläutert.

As-built

Aufwand: hoch

Nachfagen: ja ( BIM Mgr. oder pd.bs )

Die as-built-Dokumentation ist eine notwendige Voraussetzung für BIM-basiertes Facility Management; d.h. das BIM-Modell stellt ein digitales Abbild der baulichen Realität dar. Dies setzt voraus, dass Daten der örtlichen Bauaufsicht (ÖBA) auch im Modell nachgepflegt und modelliert werden müssen. Ein as-built-Modell muss also die komplette Werk- und Montageplanung der ausführenden Firmen beinhalten, inkl. der Nachführung von Naturmaßen.

Die ÖBA übernimmt hier lediglich die Prüfung, hat aber keine planerische Funktion.

Aus haftungstechnischen Gründen können derzeit weder ein as-Built-Modell noch eine as-Built-Dokumentation angeboten  werden.

As-planned

Aufwand: hoch

Nachfagen: ja ( BIM Mgr. oder pd.bs )

Mit as-planned wird der Planungsstand eines Modells und dessen Datendichte zum Ende der Werksplanung verstanden. Dies impliziert, dass die Werksplanung in das Modell eingearbeitet werden muss. Der Aufwand dafür kann jedoch exponentiell steigen, falls Ausführende nur 3D bzw. 2D-Daten und kein brauchbares Modell nach Vorgabe liefern.

Level of Detail/ Level of Geometry

Aufwand: mittel

Nachfagen: ja ( BIM Mgr. oder pd.bs )

Der LoD (Level of Detail) bzw. LoG (Level of Geometry, mittlerweile gebräuchlicher) beschreibt den geometrischen Detaillierungsgrad von digitalen Gebäudemodellen. Die gegenwärtig existenten Definitionen sind nicht ausreichend, wenn diese nicht noch zusätzlich bauteilscharf festgelegt werden. Dies betrifft alle Bauteile der beauftragten Gewerke.

Kollisionsfrei

Aufwand: mittel

Nachfagen: ja (möglich, bei BIM Mgr. oder pd.bs)

Grundsätzlich impliziert der Begriff, dass es keine Kollisionen im Modell geben darf. Da es aber „tolerierbare“ Kollisionen gibt (z.B. Rohre mit einem Durchmesser kleiner als 20mm mit einer Trockenbauwand, da hier der „Durchbruch“ nicht modelliert werden muss), müssen beim Auftreten dieses Begriffs die Toleranzen in Bezug auf Kollisionen genau und bauteilscharf geregelt werden. Dazu zählt eben z.B. die Festlegung, ab wann ein Durchbruch tatsächlich zu modellieren ist bzw. bis zu welcher Größe er noch "angenommen" werden kann.

Modellübergabe

Aufwand: niedrig

Nachfagen: ja ( BIM Mgr. oder pd.bs )

Hierbei geht es nicht nur um die Form (Dateiformat, Software, Datendichte), sondern auch um die Häufigkeit der Übergaben. Diese ist oft an Anforderungen des Qualitätsmanagements geknüpft, die zuvor nicht klar genug formuliert wurden. Modellübergaben in einem nicht nativen Dateiformat (also nicht Revit) bedingen stets einen wesentlich höheren Aufwand.

4D, 5D, 6D

Aufwand: Hoch

Nachfagen: ja ( BIM Mgr. oder pd.bs )

Building Information Models bestehen aus einer gegebenen Anzahl (n) von 3D Elementen, denen eine Summe von Informationen (i) pro Lebenszyklusphase (t) zugeordnet wird. Die sogenannten „Planungsdimensionen“ 4D, 5D und 6D beschreiben alle Informationen, die über die 3D-Informationen des Modells hinausgehen. Dabei handelt es sich um Sachdaten zu Zeit (4D), Kosten (5D) und Nachhaltigkeit bzw. Lebenszyklen (6D).

4D- und 5D-Daten im Modell kommen sowohl vom Planer als auch von der ausführenden Firma. Soll-Termine können mit der Leistungsphase 3 im Modell des Planers hinterlegt werden. Ist-Termine bzw. Änderungen am Bauablauf müssen seitens der ausführenden Firma im Modell abgebildet werden.

Hinweis: In ATP-Revit-Modellen werden derzeit keine 5D-Daten hinterlegt.

Gesamtmodell

Aufwand: mittel

Nachfagen: nein

Der Begriff "Gesamtmodell" beschreibt den Aufbau des Modells dahingehend, ob die Modelle der jeweiligen Gewerke getrennt voneinander bearbeitet oder alle Arbeiten an einem einzigen Modell durchgeführt werden. Ist letzteres der Fall, spricht man von einem Gesamtmodell. Ein Gesamtmodell macht in der Bearbeitung/Modellierung insofern einen Unterschied, dass es aufgrund seiner hohen Datendichte gegenüber der Arbeit mit Teilmodellen eine schlechtere Modell-Performance aufweist, was einen Zeitverlust für das gesamte Projekt-Team und somit zusätliche Kosten bedeutet.

CAFM-Anbindung

Aufwand: kritisch

Nachfagen: ja ( BIM Mgr. oder pd.bs )

CAFM bedeutet "Computer-Aided Facility-Management" und beschreibt den Prozess der computergestützten Datenverwaltung und -erhebung für den Betrieb eines Gebäudes. CAFM setzt voraus, dass die benötigten Daten vom Betreiber bauteilscharf bei Unterzeichnung bekannt gegeben werden.

Nur mittels gemeinsamer Workshops zwischen Betreiber, Auftraggeber und Planer können genaue Vorgaben für die ausführenden Firmen definiert werden, welche Produktdaten am Ende der Bauausführung im Modell enthalten sein müssen und in welcher Form.

BKS/AKS

Projektplattform

Aufwand: niedrig

Nachfagen: ja ( BIM Mgr. oder pd.bs )

Viele Bauherren haben bereits existierende Projektplattformen. Hier gilt es zu klären, in welcher Frequenz bzw. mit welchem zeitlichen Abstand der Upload von Daten auf diese Plattformen zu erfolgen hat. Genauso wichtig ist die eingesetzte Benennungssystematik (z.B. für die Planbezeichnungen etc.) und der Umfang der Lieferungen.

Die frühzeitige Definition dieser Punkte ist eine Vorraussetzung.

Modellkommunikation

Aufwand: mittel

Nachfagen: ja ( BIM Mgr. oder pd.bs )

Modellkommunikation oder auch modellbasierte Kommunikation bezeichnet unterschiedliche Methoden, Besprechungs- und Prüfergebnisse zu einem bestimmten Planungsstand in einem virtuellen Gebäudemodell zu hinterlegen. Dies geschieht mit Hilfe von speziell hierfür entwickelten Werkzeugen, die eine Art „virtuelles Post-it“ im sogenannten BIM Collaboration Format (BCF, Dateiformat) im Modell platzieren. Diese Art der Kommunikation wird nur dann benötigt, wenn keine Generalplaner-Beauftragung besteht.

Software Versionen

Aufwand: kritisch

Nachfagen: nein

Hierbei gilt es zu berücksichtigen, dass gegenwärtig in der ATP-Gruppe immer die aktuellste Version der Software verwendet wird (mit einem halben Jahr Verzögerung). Erstreckt sich das Projekt über einen längeren Zeitraum und wird über die gesamte Projektlaufzeit die Möglichkeit zur Arbeit in der selben Softwareversion verlangt, beinhaltet dies einen wesentlich erhöhten administrativen Aufwand.

Modellupdate

Aufwand: mittel

Nachfagen: ja ( BIM Mgr. oder pd.bs )

Ein Update von Modellen wird dann notwendig, wenn sich ein Projektzeitraum länger als ein Jahr erstreckt bzw. die Projektlaufzeit über ein Software-Update hinaus besteht. Da die großen Software-Hersteller jährlich neue Versionen ihrer Produkte veröffentlichen, müssen die Modelle auf die neueste Software-Version geupdatet werden. Dies geschieht üblicherweise Ende Dezember/ Anfang Januar und wird von den BIM Managern bzw. den Modellverantwortlichen durchgeführt.

Projektfunktionen

Aufwand: mittel

Nachfagen: ja ( BIM Mgr. oder pd.bs )

Da es „BIM“ nun auch zu einigen Bauherren geschafft hat, schwirren viele neue Berufsbezeichnungen in der Branche umher. Oftmals sind diese Rollen nicht klar definiert. Um dem entgegen zu wirken, bedarf es einer genauen Ausformulierung der jeweiligen Verantwortlichkeiten an dem Projekt.

Hier angeführt ist eine Liste solch „neuer“ Berufsbezeichnungen:

  • BIM Koordinator
  • BIM Champion
  • BIM Manager
  • BIM Master
  • BIM Planer
  • BIM Auditor
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