Unter Wänden versteht man aus bautechnischer Sicht vertikale Teilungen eines Gebäudes, die tragend bzw. nicht-tragend sein können. Sie können somit Teil der primären- oder sekundären Struktur eines Gebäudes sein. Wände sind im Regelfall immer raumbegrenzende BIM-Objekte. Abhängig von der jeweiligen Software und Zielsetzung kommen in den frühen Planungsphasen unterschiedliche Modellierstrategien in Frage - z.B. auch die Mehrschichtmodellierung

Dieser Artikel beschreibt die allgemeinen modelliertechnische Leitlinien zu Wänden in frühen Phasen und endet daher mit der Entwurfsphase. Von hier an gliedern sich die weiterführenden Artikel nach Material bzw. Konstruktionsart.

Zusätzlich gibt es Sonderformen von Wänden, die in einem eigenen Artikeln beschrieben werden: Mobile Trennwand, Faltwand.

Suchbegriffe: Wände, Mauer, Platte, Oberkante, Unterkante, Dicke, Außen, Innen

 

Konzeptionelle Vorplanung

In dieser Phase werden Wände erstmals modelliert. Es müssen noch nicht zwangsläufig Materialien (Baustoffe) definiert werden.

Darstellung

 

          20.04.2017                           20.04.2017

Plandarstellung                    Modelldarstellung

 

Merkmale

Merkmal
  • Erdberührendes Element
  • Raumhohe Wand
  • Status
  • Tragendes Element
Parameter
  • Bruttoansichtsfläche
  • Bruttogrundfläche
  • Bruttovolumen
  • Dicke Wand
  • Höhe Wand
  • Länge Wand
  • Neigung Wand
  • Nettogrundfläche
Gliederungs-Informationen
  • Außen gelegenes Element
  • Raumabschließendes Element

Beschriftung

In dieser Phase wird das Bauteil in Planansichten noch nicht beschriftet.

Anleitung

Wände werden in Revit mit der Systemfamilie Wand modelliert. 
 
Wände sind als Teil der Primär-Struktur eines Gebäudes von Anfang an in digitalen Gebäudemodellen vorhanden. Abhängig von der jeweiligen Software und Zielsetzung kommen in den frühen Planungsphasen unterschiedliche Modellierstrategien in Frage ( Mehrschichtig, Hybrid und Einzelschicht ).
 
Wände werden mit dem Werkzeug Wand im Reiter Architektur modelliert.

Übersicht

Die grundsätzliche Modellierung einer Wand in ARCHICAD unterscheidet sich nicht in den verschiedenen Planungsphasen.

Für den einfachen Gebrauch von ARCHICAD kann die Einstellung Standard (einzelner Baustoff) gewählt werden.

Für den Advanced-User wird empfohlen, immer die Einstellung Mehrschichtig zu wählen (oder auch das Komplexe Profil für konstruktiv komplexere Aufbauten). Der Sinn hierbei liegt darin, dass selbst zu Beginn eines Projektes, in der Phase Studie in der die Bauelemente in einer einfachen (einfarbigen) Darstellung repräsentiert werden, der Mehrschichtige Aufbau von Anfang an eine sehr gute Steuerung der Bauelemente zulässt. Einerseits werden so bestimmte, sich wiederholende Aufbaustärken definiert, andererseits wird gleich von Anfang an eine genauere Definition des Bauelements bezüglich seiner Verwendung getroffen.

 

Eine Übergabe der Daten an z.B. die Tragkonstruktionsplaner ermöglicht so eine frühzeitige Vermittlung des angestrebten statischen Konzeptes. Des Weiteren ist diese Vorgehensweise hinsichtlich der Zeitersparnis und Optimierung eines Projektes sehr zu empfehlen: sobald ein Aufbauten-Katalog vorliegt, können diese vorübergehend definierten Mehrschichtigen Bauteile dem Aufbauten-Katalog entsprechend angepasst werden – Bauelemente, die auf dieses Mehrschichtige Bauteil zugreifen, übernehmen sofort diesen neuen Aufbau.

 

Für die grundsätzliche Verwendung des Wand-Werkzeuges verweisen wir auf die Basisdokumentation von Graphisoft im Help-Center.

Als Grundlage dieser Dokumentation wurde die offizielle Vorlagendatei 01 ARCHICAD 20 Vorlage.tpl der ARCHICAD 20 AUT Version verwendet.

 

Bauelemente die als Wände klassifiziert sind, sind im Wesentlichen raumdefinierend und in tragend oder nichttragend zu unterscheiden – damit werden sie als Primäre Bauelemente oder als Bauelementklasse I definiert.

Info: Sonder-Einstellungen (individuelle Grafik, Raumflächen-Auswirkungen) innerhalb der Wand-Grundeinstellung sind zu vermeiden, um anderen/folgenden Projektbearbeitern eine nachvollziehbare Struktur zu übergeben die Fehlerquellen vermeidet.

 

Zu Beginn ist die zu verwendende Ebene für die spezifische Wand-Nutzung zu wählen. Diese unterscheiden sich in 10 Außenwände, 10 Innenwände, 15 Fassaden und nach ihrer Tragstruktur oder speziellen Verwendung:

Geometrie und Positionierung

Die 1. Grundeinstellung in Geometrie und Positionierung betrifft die vertikale Ausdehnung der Wand.

Entsprechend der ÖNORM A 6241-2 Anhang A wird eine Wand immer geschossabhängig modelliert, sprich sie wird nicht über mehrere Geschosse modelliert. Wird die Einstellung ’Wandoberkante verknüpft mit:’ gewählt und als Geschossverknüpfung ein Geschoss über dem Ursprungsgeschoss der Wand gewählt, ist dies gewährleistet.

Die 2. Grundeinstellung definiert die Struktur einer Wand (und damit ihre Stärke):

  • Standard = (einzelner) Baustoff
  • Mehrschichtig = Mehrschichtiges Bauteil
  • Komplexes Profil

Für den rudimentären Gebrauch von ARCHICAD kann die Einstellung Standard (einzelner Baustoff) gewählt werden.

Für den Advanced-User wird empfohlen, immer die Einstellung Mehrschichtig zu wählen (oder auch das Komplexe Profil für konstruktiv komplexere Aufbauten). Der Sinn hierbei liegt darin, dass selbst zu Beginn eines Projektes in der Phase Studie, in der die Bauelemente in einer einfachen (einfarbigen) Darstellung repräsentiert werden, der mehrschichtige Aufbau von Anfang an eine sehr gute Steuerung des Bauelementes zulässt. Einerseits werden so bestimmte, sich wiederholende Wandstärken definiert, andererseits wird gleich von Anfang an eine genauere Definition der Wand bezüglich ihrer Verwendung getroffen. Eine tragende Außenwand kann so sehr frühzeitig von einer nichttragenden Schachtwand unterschieden werden.

Des Weiteren ist diese Vorgehensweise hinsichtlich der Zeitersparnis und Optimierung eines Projektes sehr zu empfehlen: sobald ein Aufbauten-Katalog vorliegt, können diese vorübergehend definierten mehrschichtigen Bauteile dem Aufbauten-Katalog entsprechend angepasst werden – Wände, die auf dieses mehrschichtige Bauteil zugreifen, übernehmen sofort diesen neuen Aufbau.

Die 3. Grundeinstellung ist die Wahl der Lager der Referenzlinie einer Wand. Bei tragenden Bauelementen ist dies die Vorderkante des tragenden Baustoffes (z.B. Stahlbeton) oder der Kernschicht im mehrschichtigen Bauteil.

Ein händischer Versatz der Referenzlinie um ein gewisses Maß ist weniger zu empfehlen, da dieser nicht automatisch bei einer Änderung des Wand-Aufbaus (z.B. Schichtstärke) adaptiert wird.

Grundriss und Schnitt

Modelldaten können auch über Projektionen in Grundrissen/Ansichten/Schnitten dargestellt werden – die folgende Beschreibung erläutert die dabei möglichen Optionen.

Im Bereich Grundriss und Schnitt ist die normale Einstellung für die Grundrissdarstellung, dass die Wand Nur im Ursprungsgeschoss und Projiziert mit Untersicht dargestellt wird. Die Projektion sollte immer zum Grundrissbereich eingestellt werden, um auf Veränderungen der normalen Grundriss-Schnittebene in einzelnen Ausschnitt-Sets reagieren zu können.

Schnittschraffuren und Konturen sollten nicht in individuellen Wandeinstellungen überschrieben werden – dies sollte immer zentral im Mehrschichtigen Bauteil/Baustoff übergreifend für alle Bauelemente eingestellt werden, oder es wird für spezielle/temporäre Darstellungsänderungen die Option der Grafischen Überschreibungsstile verwendet.

Die Einstellung für die Untersichtslinie ist mit der eigenen Linie Untersicht definiert, um für alle Untersichten die gleiche Darstellung gewährleisten zu können.

Modell

Im Bereich Modell können Oberflächen manuell/individuell überschrieben werden, aber um eine nachvollziehbare Darstellung zu gewährleisten, sollten für spezielle/temporäre Fälle die Option der Grafischen Überschreibungsstile verwendet werden.

Für raumdefinierende Wände muss auch immer die Raumflächen-Begrenzung aktiviert sein. Wird eine andere Auswirkung auf Raumflächen gewählt, muss dies vermerkt werden (z.B. textliche Vermerke in der ID des Bauelementes) – dies macht den nächsten Projektbearbeiter darauf aufmerksam, dass hier eine Abweichung von der normalen Raumflächenberechnung auftritt – Fehler in der Flächenauswertung werden so vermieden.

Kategorien und Eigenschaften

Die Element-Klassifizierung ist die erste Definition im Bereich Kategorien und Eigenschaften – s.a. Klassifizierung. Durch die Wahl der Klassifizierung auf Wand werden auch nur die Merkmale im unteren Feldbereich angezeigt, die für diese Klassifizierung laut ifc Sachmerkmale zur Verfügung stehen.

Die 3 Merkmale die auch eine weitere Funktion innerhalb von ARCHICAD erfüllen sind Tragende Funktion, Lage und Umbau Status – diese haben eine Auswirkung auf entweder die Strukturdarstellungs-Methode, die Hüllenfunktion (in weiteren Programmen), oder den Umbaufilter. Alle weiteren Merkmale sind individuell zu wählen, bzw. in Abstimmung mit den Organisationsvorgaben des Projektes zu treffen (bspw. Projekthandbuch oder Organisationshandbuch).

Verwendung Allgemein

Der Modellierungsvorgang von Wänden sollte immer einer gleichen Systematik folgen – die Beschreibung dieser Vorgehensweise findet sich auch in der ÖNORM A 6241-2 Anhang A (Knotenpunkte).

 

Verwendung Spezifisch

Beispiel Bestandsmodellierung

Für die Modellierung von Bestandswänden wird empfohlen die Geometriemethode Polygon zu verwenden:

Mit dieser Methode können (wie bei Bestandsbauten häufig) vorkommende Verzüge/Abweichungen von Wandstärken gut nachmodelliert werden.

 

Weitere spezifische Verwendungen für Bauelemente mit dem Werkzeug Wand finden sich in den Artikeln:

Attika

Wand: Ausbau und Wandbelag (Beispiel Vorsatzschale)

Dämmung: Innendämmung

 

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Vorplanung

Darstellung

          20.04.2017                           20.04.2017

Plandarstellung                    Modelldarstellung

Merkmale

Merkmal
  • Brandabschnittsdefinierendes Bauteil
  • Feuerwiderstandsklasse
Parameter
  • Nettoansichtsfläche
  • Nettovolumen
Gliederungs-Informationen

Beschriftung

In dieser Phase muss das Bauteil in Planansichten noch nicht beschriftet werden.

Anleitung

In dieser Phase werden am Bauteil Wand weitere Merkmale definiert. Die Parameter dieser Phase werden durch das Setzen der wandbezogenen Bauteile wie Öffnungen, Fenster und Türen definiert.

 

Entwurf

Spätetstens ab dieser Phase werden die Wände nach ihrem Material bzw. ihrer Konstruktionsart unterschieden. Hintergrund dieser Teilung ist, dass je nach Konstruktionsart unterschiedliche Workflows zum Einsatz kommen und daher die grafischen Darstellungen variieren.

Auf BIMpedia wird die Handhabung der unterschiedlichen Wand-Familien ab dieser Phase daher in den folgenden Artikeln beschrieben:

Im bereitgestellten Template der BIM Office Administration werden Grundtypen von Wänden bereitgestellt. Zusätzliche Wände finden sich im zugehörigen Familien-Katalog.

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