Beim Mehrschicht-Modellieren werden bautechnische Verbund-Systeme als „Pakete“ gezeichnet. So wird z.B. ein Wandaufbau „AW01“ zentral in der BIM Software in seinen Schichten definiert und die Wand dann mit diesem Aufbau versehen. Somit können Attribute, die das mehrschichtige Bauteil im Gesamten betreffen, optimal verwaltet werden – man denke an U-Werte, Schalldämmmaße oder Brandschutzeigenschaften.

Daher liefern derart aufgebaute Wände, Decken und Dächer optimale Voraussetzungen für eine Datenübergabe an bauphysikalische und gebäudetechnische Simulationsprogramme, die auf eben diese Attribute angewiesen sind.

Die in Österreich und Deutschland in der Polierplanung übliche Beschriftung von Wandtypen lässt sich bei mehrschichtigen Bauteilen mit Hilfe von Markern automatisiert erzeugen (und aktualisieren) und schützt so vor Fehlern bei Änderungen.

Nachvollziehbarer Weise sind auch zentrale Änderungen deutlich effizienter und sicherer durchzuführen – so kann man z.B. die Dämmstärke eines Außenwandtyps zentral in dessen Definition ändern und sämtliche Modellkomponenten ändern sich „auf Knopfdruck“. Diese Möglichkeit birgt jedoch auch ein nicht unerhebliches Fehler-Risiko und sollte in Bürostrukturen den „Fachleuten“ überlassen werden.

Dennoch haben auch Mehrschicht-Modelle nicht nur Vorteile. So kann es vor allem bei horizontalen Bauteilen wie Decken-Boden-Pakete durchaus hinderlich sein, in Paketen zu zeichnen (z.B., wenn zwei Geschosse unterschiedliche Raumaufteilungen haben, s.o.). Auch bei langen Wänden mit unterschiedlichen Aufbauten (z.B. entlang eines Mittelgangs in einem Wohnbau mit angrenzenden Sanitär-Gruppen) kann eine konsequente Mehrschichtmodellierung durchaus mit einigen Mühen verbunden sein.

Leider haben auch manche BIM Programme noch immer Probleme mit der korrekten Verschneidung von Bauteilen mit unterschiedlichen Schichten oder auch der graphischen Isolation von einzelnen Schichten – daher wird häufig als Work-Around Lösung in Hybridweise modelliert.

Vorteile

  • Geringer Modellieraufwand
  • Geringer Änderungsaufwand – zentral steuerbar
  • Geringe Fehlerquellen bei Änderungen
  • Automatisierte Beschriftung (und Änderung) von Bauteiltypen
  • Auswertung nach Typen sehr leicht zu realisieren („Bauteil-Katalog“)
  • Zentrale Attributeverwaltung (z.B. U-Wert, Brandschutz, etc.)
  • Leichte Datenübergaben an Simulation aus TGA und Bauphsyik

Nachteile

  • Erschwerte schichtweise Auswertung
  • Erschwerte 4D- und 5D Simulation
  • Stellenweise ungünstige Workflows, vor allem bei horizontalen Bauteilen.
  • Zentrale Änderungen bergen Fehlerrisiko
  • Software-bedingt: Mögliche Probleme beim Verschneiden von verschiedenen Bauteilen oder bei der graphischen Isolation einzelner Schichten
  • Software-bedingt: Mögliche Probleme bei der Übergabe an die Statik (wenn z.B. Dämmschichten nicht ausgeblendet werden können)
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