Einzelschicht-Modellierung - Jecde Schicht ist ein Bauteil Bei der Einzelschicht-Modellierweise wird jede Schicht eines bautechnischen Verbundsystems (wie z.B. einer gedämmten, tragenden Außenwand) einzeln modelliert. So werden bei einer vierschichtigen Wand (z.B. Putz – Dämmung – Beton – Putz) vier separate, direkt aneinandergrenzende Wände modelliert.

Da somit vier Wände eine einzige repräsentieren, ist vor allem bei Öffnungen wie Durchbrüchen, Türen oder Fenstern einiger technischer Aufwand nötig, um korrekte Modellierergebnisse zu erzielen. Die in Österreich und Deutschland in der Polierplanung übliche Beschriftung z.B. von Wandtypen gerät bei dieser Arbeitsweise leicht zur Sisyphos-Aufgabe, ist Handarbeit und sehr fehleranfällig.

 

 

 

Der denkbar hohe Modellier- und Änderungsaufwand dieser Arbeitsweise würde zunächst bezweifeln lassen, dass die Einzelschichtmodellierung eine sinnvolle Arbeitsweise ist – dennoch hat sie eine Daseinsberechtigung:

Zum einen haben manche BIM Programme haben noch immer große technische Probleme bei der grafischen Isolation einzelner Schichten (z.B. dem Betonkern einer Wand) oder der automatischen Verschneidung aneinandergrenzender, mehrschichtiger Systeme (z.B. beim Anschluss einer gefliesten Ausbauwand an eine geputzte Außenwand) - diese führen dann zu plangrafischen Darstellungsproblemen und durchaus auch zu falscher Massenauswertung.

Zum anderen gibt es durchaus Anwendungsfälle, in denen eine Schicht-scharfe Betrachtung und Auswertung große Vorteile bringt – z.B., wenn Baufirmen eine 4D Bauablaufsimulation oder eine modellbasierte, 5D-Massenermittlung als Verrechnungsgrundlage zur Anwendung bringen. Dies wiederum gelingt in einigen BIM Programmen mit Stärken im Mehrschichtbereich nur äußerst mühevoll.

Dennoch bleibt die Einzelschicht-Modellierung vor allem in frühen Planungsphasen keine besonders empfehlenswerte Arbeitsweise, da Änderungen aufwändig und fehleranfällig sind. Zusätzlich sind Einzelschicht-Modelle praktisch unbrauchbar für die Zusammenarbeit mit Bauphysik und TGA – alle hier angewendeten Simulationsprogramme „erwarten“ mehrschichtige Bauteile.

Vorteile

  • Sehr leicht zu erlernen, „staight forward“
  • Keine Mischformen (wie z.B. bei Hybrid-Modellierung)
  • Grafische Isolation von Schichten sehr leicht möglich (z.B. Betonkern einer gedämmten Außenwand für eine Schalungs- oder Bewehrungsplanung)
  • Schichtweise Ermittlung von Flächen und Volumen sehr leicht möglich
  • Kaum technische Probleme im Bereich von Verschneidungen verschiedener Aufbauten
  • 4D Simulation von Bauphasen sehr leicht möglich
  • 5D Simulation von benötigten oder gelieferten Mengen sehr leicht möglich

Nachteile

  • Sehr hoher Modellieraufwand
  • Sehr hoher Änderungsaufwand
  • Beschriftung von Typen ist Handarbeit und fehleranfällig
  • Hohe Fehleranfälligkeit (bei Änderungen: wurden wirklich alle Dämmstärken geändert?)
  • Problematisch im Bereich von Öffnungen (Durchbrüche, Fenster, Türen)
  • Schlechte Auswertbarkeit nach Typen (z.B. wie viel m² Wand Typ AW01?)
  • Datenübergaben an bauphysikalische und gebäudetechnische Simulation äußerst problematisch (wo wird z.B. ein U-Wert einer Wand definiert?)
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