Öffnungen sind die vermutlich seltsamsten Objekte in der BIM-Modellierung - und gleichzeitig gehören sie zu den Wichtigsten überhaupt. Unter den Begriff Öffnungen fallen sowohl Standard-Deckenöffnungen, wie sie zum Beispiel für Treppenhäuser, Atrien oder Lufträume benötigt werden, als auch vertikale Durchbrüche wie Wandöffnungen (z.B. bei Entwurfstüren). Durchbrüche und Schlitze in Wänden, Decken oder Böden, Fundamenten und Trägern zählen ebenfalls zu dieser Gruppe.

Öffnungen sind deshalb skurrile Objekte, da sie ja eigentlich aus Luft bestehen und streng genommen deshalb gar kein Objekt im physischen Sinne darstellen. In der BIM-Arbeitsweise kommt ihnen jedoch eine besondere Bedeutung zu: Fenster und Türen z.B. benötigen eine Öffnung in einer Wand, Durchbrüche und Schlitze ermöglichen Leitungsführungen durch tragende Elemente. Deshalb stellen Öffnungen eine eigene Klasse von Objekten dar. Software-abhängig werden Öffnungen je nach ihrem "Einsatzgebiet" unterschiedlich gehandhabt und offenbaren sich dem Anwender oft nur indirekt (z.B. als nicht separat kontrollierbarer Bestandteil einer Tür oder eines Fensters).

Öffnungen werden in BIMpedia deshalb in der Rohbau-Kategorie geführt, da in diesem Bereich ihre offensichtlichsten Anwendungsbereiche liegen - z.B. Durchbrüche, Türöffnungen und Schlitze in Betonbauteilen.

Suchbegriffe: Loch, Löcher, Loecher, Durchbrueche, Oeffnungen, Schlitze, BD, DD, S+D, SundD

Konzeptionelle Vorplanung

In dieser Phase werden Öffnungen wie Durchbrüche oder Schlitze noch nicht mit 3D-Objekten dargestellt. Viele BIM-Anwender nutzen jedoch Öffnungen in dieser Phase zur reduzierten Darstellung von Türen und Fenstern.

Vorplanung

In dieser Phase werden Öffnungen, Durchbrüche und Schlitze noch nicht mit speziellen 3D-Objekten, sondern ggf. lediglich im Grundriss mit Hilfe eines Flächenschemas dargestellt. Die statisch relevanten, vertikalen und horizontalen Durchbrüche für die Haupttrassen der Technischen Gebäudeausstattung (TGA) werden dabei mit Texten angegeben.

Im ergänzenden Artikel Bauangaben bzw. Schlitz- und Durchbruchsplanung finden sich zusätzliche Informationen zum Umgang mit Durchbrüchen.

Entwurf

In dieser Phase werden Durchbrüche erstmals mit speziell dafür vorgesehenen 3D-Objekten erstellt und um die Informationen der Tragwerksplanung und Technischen Gebäudeausstattung ergänzt.

Darstellung

Plandarstellung Grundriss/Ansicht:

Bodendurchbruch      Deckendurchbruch           Wanddurchbruch           Bodenschlitz

                                                                                                  Wandschlitz                Deckenschlitz

       img_11                         img_13                       img_15              img_17

 

Aufzugsunterfahrt           Pumpensumpf               Pumpensumpf mit Umrandung

    img_19             img_19                             img_23

Merkmale

In dieser Phase werden keine Merkmale ergänzt.

Beschriftung

In dieser Phase müssen Öffnungen in Planansichten noch nicht beschriftet werden.

Anleitung

Grundsätzlich gibt es in Revit vorrangig zwei Möglichkeiten, Öffnungen, Durchbrüche und Schlitze zu erstellen:

1) Die erforderlichen Ausschnitte werden mit Öffnungs-Funktionen erstellt:

Befehl: >Architektur >Befehlsgruppe Öffnung >Schacht (in Geschossdecken), >Wand (in Wänden)

Durch Verwendung dieser Befehle kann zwar die Öffnung in einem Bauteil auf sehr einfache Weise erstellt werden, jedoch ist einerseits eine zugehörige, dynamische Beschriftung und andererseits auch eine für diese Bauteile typische Grundriss-Symbolik nicht abrufbar. Aufgrund dieser Tatsache ist letztendlich die zweite Erstell-Methode zu empfehlen:

2) Durchbrüche und Schlitze werden mit speziell dafür vorgesehenen, externen (='ladbaren') Familien erstellt. Diese bestehen im Wesentlichen lediglich aus Abzugskörpern (substanzlose 'Negativ-Körper'), die aus entsprechenden Basisbauteilen wie bspw. Geschossdecken und Wänden die erforderlichen Öffnungen ausschneiden. In so einem Fall spricht man von sogenannten 'Decken-basierten' oder 'Wand-basierten' Bauteilen. Zusätzlich kann in diesen Familien aber auch die entsprechende Grundstück-Symbolik eingebaut werden.

Da in Revit dafür keine explizite Kategorie vorgesehen ist, werden Durchbrüche häufig der Kategorie Allgemeines Modell zugeordnet, die mit dem Befehl >Architektur >Bauteil >Bauteil platzieren versetzt werden können.

Die Erstellung solcher Familien sollte mit nachfolgend angeführten Familien-Vorlagendateien durchgeführt werden:

  • M_Allgemeines Modell (Geschossdecke): für Boden- und Deckendurchbrüche
  • M_Allgemeines Modell (Wand): für Wanddurchbrüche

Eine weiterführende Anleitung zur Verwendung von Familien dieser Art siehe in Revit BOA-Workflow.

Die grundsätzliche Modellierung einer Öffnung in Form von Durchbrüchen, Schlitzen, Leeren Öffnungen oder Nischen in ARCHICAD unterscheidet sich nicht in den verschiedenen Planungsphasen.

Es wird jedoch in Vertikale, Horizontale und Leere Öffnungen unterschieden.

 

Vertikal - Wanddurchbruch/Wandschlitz/Wandnische

Übersicht

In der Fensterbibliothek finden sich in den Objekten die Kamine, Wanddurchbrüche bzw. Wandschlitze etc. Für die grundsätzliche Verwendung des Fenster-Werkzeuges verweisen wir auf die Basisdokumentation von Graphisoft im Help-Center.

Als Grundlage dieser Dokumentation wurde die offizielle Vorlagendatei 01 ARCHICAD 20 Vorlage.tpl der ARCHICAD 20 AUT Version verwendet – die Bibliothekselemente können von Land zu Land variieren.

 

Info: Ein Wanddurchbruch bzw. Schlitz verhält sich wie ein Fenster, es kann nur in eine Wand in das Modell eingefügt werden – ihm kann somit keine eigene Ebene zugewiesen werden. Auch kann ein Wanddurchbruch oder Wandschlitz nicht unabhängig von allen anderen (echten) Fenstern ausgeblendet werden.

Vorschau und Positionierung

Die erste Registerkarte Vorschau und Positionierung zeigt die Grundmaße eines Wanddurchbruchs/Wandschlitzes - Breite/Höhe/Brüstung/Schwelle zu Geschoss/Anschlag können hier eingestellt werden. Die ausführlichen/spezifischen Einstellungen eines Wanddurchbruchs/Wandschlitzes befinden sich im nächsten Bereich des Menüs.

Einstellungen

Die Abmessungen des Wanddurchbruchs/Wandschlitzes werden hier eingestellt.

Welche Informationen im Marker/Etikett stehen, werden hier eingestellt.

Grundriss und Schnitt

Modelldaten können auch über Projektionen in Grundrissen/Ansichten/Schnitten dargestellt werden – die folgende Beschreibung erläutert die dabei möglichen Optionen.

Im Bereich Grundriss und Schnitt können für den Durchbruch/Schlitz die verschiedenen Grundrissdarstellungen eingestellt werden. Da die Öffnung mit der Darstellung einer Wand zusammenhängt, wird hier in der Grundrissdarstellung Symbolisch eingestellt.

Bemaßungsmarker und Stempel

Es sollte hier kein Marker Eingestellt werden. Durch die Einstellungen unter Einstellungen gibt es automatisch einen Marker/Beschriftung.

Kategorien und Eigenschaften

Die Element-Klassifizierung ist die erste Definition im Bereich Kategorien und Eigenschaften – s.a. Klassifizierung.

Da ein Wanddurchbruch/Wandschlitz/Nische eine nicht vorhandene Baustruktur ist, kann die Klassifikation auf Bauelement – beliebig gesetzt werden, da diese Elemente nicht als Bauelemente übertragen werden – sie erscheinen z.B. im Falle des Wanddurchbruchs als echte Öffnungen in den Wänden.

 

 

Horizontal - Deckendurchbruch/Bodenschlitz

Übersicht

Der Boden-/Deckendurchbruch und Bodenschlitz befindet sich in den Objekten. Für die grundsätzliche Verwendung des Objekt-Werkzeuges verweisen wir auf die Basisdokumentation von Graphisoft im Help-Center.

Als Grundlage dieser Dokumentation wurde die offizielle Vorlagendatei 01 ARCHICAD 20 Vorlage.tpl der ARCHICAD 20 AUT Version verwendet.

Zuerst ist die zu verwendende Ebene für den Durchbruch/Bodenschlitz zu wählen. Da es keine explizite Ebene für Deckendurchbrüche gibt, ist die Ebene logisch zu wählen (nach ihrem Verwendungszweck) z.B. 20 Decke.

Vorschau und Positionierung

Die erste Registerkarte Vorschau und Positionierung zeigt die Grundmaße eines Durchbruchs/Schlitzes – Positionierung zum Ursprungsgeschoss/Breite/Tiefe/Höhe können hier eingestellt werden. Die ausführlichen/spezifischen Einstellungen eines Fensters befinden sich im nächsten Bereich des Menüs.

Einstellungen

Für den Bodendurchbruch kann eine Geschossabhängige Darstellung angegeben werden, dadurch ergeben sich im Ursprungsgeschoss und in einem Geschoss darunter die unterschiedlichen Symboldarstellungen des Objektes Bodendurchbruch auch als Deckendurchbruch im Geschoss darunter.

Ein Bodendurchbruch ist ein dreidimensionales Objekt und kann somit in ARCHICAD 3D dargestellt werden. Soll ein Loch in einer Decke erzeugt werden, muss ein Solid–Element-Befehl von Durchbruch und Decke ausgeführt werden.

Das Bibliothekselement Bodendurchbruch ist ein reines Dokumentationselement in ARCHICAD – es wird nicht in andere Programme 3-dimensional übertragen.

Grundriss und Schnitt

Modelldaten können auch über Projektionen in Grundrissen/Ansichten/Schnitten dargestellt werden – die folgende Beschreibung erläutert die dabei möglichen Optionen.

Da die Geschossabhängige Darstellung unter Einstellung eingestellt wurde, muss folglich unter Geschossdarstellung auf Ursprungsgeschoss und ein Geschoss darunter eingestellt werden.

Kategorien und Eigenschaften

Die Element-Klassifizierung ist die erste Definition im Bereich Kategorien und Eigenschaften – s.a. Klassifizierung.

Da ein Bodendurchbruch/Deckendurchbruch/Bodenschlitz eine nicht vorhandene Baustruktur ist, kann die Klassifikation auf Nicht klassifiziert gesetzt werden, da diese Elemente nicht als Bauelemente übertragen werden – sie erscheinen z.B. im Falle des Wanddurchbruchs als echte Öffnungen/Schlitze in den Decken.

 

 

Leere Öffnungen - Übersicht

In der Fensterbibliothek finden sich unter Öffnungen auch Leere Öffnungen, Nischen etc. für einfache Öffnungen in einer Wand. Für die grundsätzliche Verwendung des Fenster-Werkzeuges zur Erstellung von Leeren Öffnungen verweisen wir auf die Basisdokumentation von Graphisoft im Help-Center.

Info: Ein leere Fensteröffnung und eine Nische verhalten sich wie ein Fenster, sie können nur in eine Wand in das Modell eingefügt werden – ihnen kann somit keine eigene Ebene zugewiesen werden.

Es gibt zwei Möglichkeiten eine leere Fensteröffnung einzusetzen. Zum einen unter Öffnungen > Fensteröffnung 20. Für dieses „Fenster“ können alle Einstellungen wie bei einem normalen Fenster getroffen werden (Fensterbank, Heizkörpernische, ...).

Die erste Registerkarte Vorschau und Positionierung zeigt die Grundmaße einer Leeren Öffnung - Breite/Höhe/Brüstung/Schwelle zu Geschoss/Anschlag können hier eingestellt werden. Die ausführlichen/spezifischen Einstellungen einer Leeren Öffnung befinden sich im nächsten Bereich des Menüs.

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Einreichung

In dieser Phase werden Öffnungen, Durchbrüche und Schlitze 'Genehmigungs-tauglich' beschriftet. Das bedeutet das alle Öffnungen durch Durchbruchsfamilien ersetzt werden müssen.

Darstellung

Bodendurchbruch                      Deckendurchbruch

img_32                      img_34 

        Wanddurchbruch,   Wandschlitz           

 img_36      

            Bodenschlitz, Deckenschlitz

              img_38

Aufzugsunterfahrt                Pumpensumpf                   Pumpensumpf mit Umrandung

img_40               img_42                              img_44

Merkmale

In dieser Phase werden keine Merkmale ergänzt.

Beschriftung

Für die beiden vordergründigen Methoden der Erstellung von Öffnungen, Durchbrüche und Schlitze müssen nachfolgend angeführe Umstände berücksichtigt werden:
1) Für die mit den Revit Öffnungs-Funktionen erstellten Öffnungen, Durchbrüche und Schlitze stehen in Revit keine speziellen Beschriftungen zur Verfügung.
2) Für die Beschriftung von Durchbrüchen, die mit Familien der Kategorie Allgemeines Modell erstellt wurden, werden in Revit Allgemeine Modellbeschriftungen verwendet:
Beschriftungen für Allgemeine Modelle können aus dem Revit-Content bezogen werden.
Neue Beschriftungen können mit der Beschriftungs-Familien-Vorlage >M_Allgemeine Beschriftung (2) (= Beschriftung für die Kategorie Allgemeines Modell) angelegt werden:
Die Familie wird dabei optimalerweise so hergerichtet, dass die erforderlichen Informationen aus den Parametern und Merkmalen der Rohbau-Bestandteile ausgelesen werden können:

Objekte für Durchbrüche/Nischen/Schlitze werden in ihren Objekt-Einstellungen beschriftet. Darüberhinaus ist die Systematik der Beschriftung und Bemaßung immer bauelementbezogen (adaptiv).

Die Beschriftung und Kotierung des Bauelementes sollte immer assoziativ erfolgen. Die Beschreibung zur Vorgehensweise in ARCHICAD findet sich in den entsprechenden Artikeln.

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Anleitung

In dieser Phase werden die Bauteil lediglich beschriftet. Für die Erstellung der Bauteile siehe die Informationen in diesem Artikel unter >Entwurf >Anleitung.

Ausführung

In dieser Phase werden (abgesehen von etwaigen geometrischen Adaptionen an die Bedürfnisse aus TGA und Architektur) keine weiteren Maßnahmen für Öffnungen, Durchbrüche und Schlitze getroffen.

Merkmal

  • Referenz

Parameter

Gliederungs-Informationen

Tipps und Tricks

Revit Content

Die mit dem Fenster-Werkzeug erstellten Durchbrüche und Leeren Öffnungen können auch zentral über die Modelldarstellung gesteuert werden.

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