Das IFC-Format ist ein offener Datenstandard des Bauwesens zur Beschreibung von Komponenten in digitalen Gebäudemodellen (Building Information Modeling). Es ermöglicht den Austausch von Informationen zwischen verschiedenen CAD-Lösungen und anderen Systemen im Bauwesen und Gebäudemanagement.

Definiert wird dieses Format von buildingSMART (ehemals IAI – Internationale Allianz für Interoperabilität) , einem Verband von Interessengruppen aus der Bauindustrie und -Software-Entwicklung heute über 600 Mitgliedern in 17 Regionalverbänden in der ganzen Welt.

Die Industry Foundation Classes sind unter ISO 16739 registriert und können in beliebige Strategien der Qualitätssicherung in Ihrer Umgebung eingebunden werden

 

Funktionsweise

Das IFC-Format dient dazu, 3D-Modellinhalte und ihre zugehörigen alphanumerischen Informationen in einem lesbaren Datensatz (ASCII) zu erfassen und so zwischen unterschiedlichen Programmen einen Informationsaustausch zu ermöglichen. Die Modell-Komponenten sind dabei in logischen Gebäudestrukturen organisiert, z.B.

  • Wand in Geschoss in Gebäude
  • Öffnung in Wand in Geschoss in Gebäude
  • Tür in Öffnung in Wand in Geschoss in Gebäude
  • usw.

Die alphanumerischen Attribute (österreichisch: Merkmale) der Modellkomponenten sind dabei datentechnisch in sogenannten Property Sets organisiert. Am Beispiel einer Wand sind das z.B. Material, U-Werte, tragende Eigenschaften, usw.

Die Abbildung zeigt einen beispielhaften Satz solcher Property Sets der hier ausgewählten Wand. (jeder der Reiter im linken Informationsfeld entspricht einem Property Set, kurz "P_Set")

ifc_pset_illu

Grenzen

Weil das IFC-Format sowohl 3D-Daten als auch alphanumerische Informationen der Modellkomponenten transportiert (und somit eigentlich "alle" BIM-Daten") transportiert, wird es häufig missverstanden – als universelle Schnittstelle. Es wird erwartet, dass ein BIM Objekt aus einer Software mit voller "Intelligenz" an eine andere übergeben werden kann.

Wer BIM-Programme versteht weiß, dass alle Objekte (Revit: "Familien") einer Software naturgemäß kleine Miniprogramme innerhalb des Programms sind: So kann sich ein findiger Architekt z.B. einen Träger als Objekt gestalten, der mit zunehmender Länge höher wird. Die hierfür hinterlegte Formel definiert er innerhalb seiner BIM Software. Wird dieser "intelligente" Träger nun in IFC exportiert, werden 3D Geometrie und Merkmale (z.B. Material, tragende Eigenschaft, usw.) korrekt übergeben – nur leider nicht die Intelligenz der Formel "länger = höher". Importiert er nun dieses IFC zurück in sein Modell, ist diese "Intelligenz" verloren.

Dieses einfache Beispiel zeigt die Grenze des IFC-Datenformats auf – 3D-Information und Merkmale sind eben nicht alle Informationen, die ein intelligentes, virtuelles Bauteil enthält.

Normen

IFC ist seit dem Release IFC4 ein offizieller ISO-Standard – ISO 16739:2013.

Links

Programme, die IFC unterstützen:

http://www.buildingsmart-tech.org/implementation/implementations

Übersicht der IFC-Datentypen:

http://www.buildingsmart-tech.org/specifications/ifc-overview

IFC Model View Definitions

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