Mithilfe eines Zentralmodells können in Revit mehrere Benutzer zeitgleich an verschiedenen Teilen eines Projekts arbeiten. Der Begriff wird aus dem informationstechnologischen Hintergrund abgeleitet, der den multiplen Datei-Zugriff auf ein zentral abgelegtes Revit-Modell beschreibt. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom Anlegen einer "Arbeitsteilung".

Dieser Artikel beschreibt den grundsätzlichen Nutzen, die Einrichtung und den alltäglichen Umgang mit einem Zentralmodell.

Darüber hinaus werden Zusatzeinstellungen erklärt, die sowohl der Erhaltung der Programmperformance als auch der Reduzierung von Speicherplatz dienlich sind.

 

Suchbegriffe: Projektstart, Zentralmodell, Modell, erstellen, zentrales, Zentraldatei

 

Anwendungsfall

Alle projektrelevanten Revit-Dateien sind als Zentralmodelle (zentrale Projektmodelle) anzulegen, denn ausschließlich Zentralmodelle bieten die Möglichkeit der parallelen Bearbeitung durch ein mehrköpfiges Projektteam.

Alle Modellierleitfäden setzen ein Arbeiten in einem Zentralmodell voraus.

Zuständigkeit und Verantwortlichkeit

Zentralmodelle werden ausschließlich von den BIM Managern angelegt und projektspezifisch eingerichtet.

Voraussetzung hierfür ist:

  • Projektverzeichnis, auf das alle User Zugriff haben (z.B. Laufwerk P:) oder eine Cloud
  • Projekt-Startgespräch, zur Klärung der Beauftragung, Aufgabenstellung, Projektumfang, Terminschiene, usw…
  • In manchen Firmen (z.B. ATP) ein nach bestem Wissen ausgefülltes Formular "Projektanlageformular"

Je präziser die Infos, desto zielgerichteter das Zentralmodell

Anleitung

Erstellen einer neuen Revit-Datei auf Grundlage des entsprechenden Templates.

Zuerst öffnet man ein neues Projekt und wählt die gewünschte Vorlagedatei aus:

Aktivieren des Zusammenarbeitsmodus

Bevor Bearbeitungsbereiche für die einzelnen Disziplinen angelegt werden können, sollte man im Reiter Zusammenarbeit den Modus  Zusammenarbeit aktivieren.

Daraufhin öffnet sich das Fenster Collaborate, das dazu auffordert, das Modell zu speichern, um in den Zusammenarbeitsmodus wechseln zu können.

17.05.2017

Das Projekt nun an einem für alle Teammitglieder zugänglichen Ort abspeichern.

17.05.2017

Als nächsten Schritt kann im sich öffnenden Fenster eingestellt werden, ob in einer Cloud oder über das Netzwerk zusammengearbeitet wird. In diesem Beipsiel wird über das Netzwerk gearbeitet (Auswahl: Zusammenarbeit in Ihrem Netzwerk). Mit Klick auf OK speichert Revit nun das Projekt.

17.05.2017

Speichern

Um das Modell zu einer funktionierenden Zentraldatei zu machen, sind die folgenden Schritte einzuhalten.

Unter Revit: Datei -> Speichern unter-> Projekt öffnet sich ein Explorer-Fenster: 

17.05.2017

Hier sind unter Optionen die folgenden Einstellungen vorzunehmen:

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  • Sicherungskopien maximal: 3
  • Vorgabeeinstellung für Bearbeitungsbereich öffnen: Festlegen...
  • Miniaturansicht -> Quelle: Plan: --- - Projektinfo
  • Haken bei 'Neu generieren, wenn Ansicht/Plan nicht aktuell ist.' setzen

Über Klick auf OK und anschließend auf Speichern wandelt Revit die Datei in ein Zentralmodell um und der Synchronisierungsbutton ist ab jetzt auswählbar.

17.05.2017

Revit hat nun auomatisch 2 Bearbeitungsbereiche angelegt. Das Fenster Bearbeitungsbereiche kann durch Doppelklick auf das kleine Symbol neben den Bearbeitungsbereichen geöffnet werden.

17.05.2017

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Beim erstmaligen Synchronisieren können diese nun freigegeben werden, damit auch andere User mit Ihnen arbeiten können:

17.05.2017

Anlegen der Bearbeitungsbereiche

Um die Funktionen des Zentralmodells nun sinnvoll nutzen zu können, ist es notwendig, weitere Bearbeitungsbereiche anzulegen.

HINWEIS:

Da bei Erstellen einer Zentraldatei über das Template die Bearbeitungsbereiche neu defniert werden müssen, kann auch eine Zentraldatei im entsprechenden Ordner abgelegt und als Vorlage verwendet werden.

Anschließende Schritte:

1. Ebenen anlegen. Dies geschieht über den LevelManager (falls vorhanden), ansonsten über die das Ebenenwerkzeug. Zur Vorgehensweise siehe Autodesk Revit: Ebenen

2. Browserstruktur aktualisieren (falls vorhanden)

3. Koordinatensystem definieren (Positionierung in kartesischem Koordinatensystem), inkl. Projektkoordinatensytem (Projektbasispunkt) und Weltkoordinatensystem (Vermesserpunkt); weitere Informationen finden sich im Artikel Gelände: Topografie

4. Gebäuderaster erstellen

5. Bildausschnitte erstellen (Informationen zu Bildausschnitten finden sich im Artikel Bearbeitungsbereiche)

6. Landesspezifische Einstellungen im BAU-Modell, wenn Plandata-Famlien verwendet werden

Deutschland:

  • Österreichische Türtypen löschen
  • Österreichische Beschriftungen löschen
  • Materialschraffur KSS korrigieren
  • Materialfarbe von STB und KSS korrigieren
  • Linienstärken anpassen
  • Strichstärke der Bemaßung anpassen

7. Planrahmen anpassen:

  • Familie "Standort" aktualisieren
  • Bauherrnlogo aktualisieren
  • Piktogramm / Projektübersicht einfügen (jpg)
  • Legenden

Deutschland:

  • Parametrisierte Nordpfeil-Familie in den A0 Planrahmen ergänzen

8. Verknüpfungen einrichten

9. "Kopieren und Überwachen"-Funktion der entsprechenden Objekte einrichten/aktivieren

Je nachdem, welche Funktion eine Zentraldatei innerhalb eines Projektes hat, können weitere Maßnahmen erforderlich sein.

10. Plantool testen (falls vorhanden).

  • Testplot A0 und A3
  • Plancodierung prüfen

11. Einweisung des Modellverantwortlichen

 

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